Comics

#1

1. Juli 2002

Prolog

Diese Form der Literatur hat es hierzulande nach wie vor nicht leicht. Auch wenn “neue” Stilrichtungen (vor allem Manga) oder Gattungen (z.B. Graphic Novels, Webcomics) in den letzten Jahren frischen Wind in dieses Genre brachten, hat sich die allgemeine Wertschätzung dafür nur wenig gebessert und es ist nach wie vor kaum lukrativ, hauptberuflich als Comiczeichner zu arbeiten. Comiczeichnen muss man sich leisten können, denn je nach Art, Stil oder Inhalt sind Comics häufig sehr aufwändig in der Produktion.

Trotzdem gibt es erfreulicher Weise viele tolle Comics und diese sind für viele Illustratoren der Grund für ihren beruflichen Werdegang. So auch für Stefanie Wegner, die sich in frühester Kindheit beim Lesen einer Bildergeschichte von e.o.plauen (Vater und Sohn) eine lebenslange Affinität zu Comics einhandelte (im Gegensatz zu Timo Müller-Wegner, der sich als Kind beim Schauen von Zeichentrickserien mit dem Illustrationsvirus infizierte).

Und obwohl viele Projekte der beiden Illustratoren immer wieder das Gebiet der Comics schneiden, gibt es “das eine, große” Comicprojekt bisher nicht. Stattdessen zeichnen sie hier und da mal ein paar Panels, dort mal eine Sprechblase, selten eine ganze Comicseite.


Gezeichnet in Erlangen um 2002, wahrscheinlich in einer Vollmondnacht.

Jedoch gibt es immer wieder kleine Szenen aus dem erlebten (oder auch fiktiven) Alltag, die als Minicomic notiert werden – und das eben schon seit der Kindheit. Und da dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch lebenslang so bleiben wird, gibt es bei Illustrie eine Rubrik für diese semi-realistisch-fiktiven Autobio-Comics:
In losen Zusammenhängen, persönlich, den (Berufs-)Alltag beleuchtend, tagebuchartig – aber nicht täglich, sondern immer nur dann, wenn die Illustratoren es sich zeitlich leisten können. Und natürlich, wenn sich etwas lohnt, erzählt zu werden (was übrigens so ca. 3-10 mal am Tag der Fall wäre)!

#1

1. Juli 2002