Comics

#24

20. Januar 2014

Kiste

illustrie_kiste-comicDer Comic „Kiste“ stand schon länger auf der Wunschliste und war ein echtes Highlight unterm Weihnachtsbaum! Und erst im Nachhinein ging mir auf, dass „Kiste“ einem Genre angehört, dass hierzulande selten sein dürfte – dem „Kindercomic“. Kinder- bzw. Bilderbücher gibt es massenweise, aber Comics werden ja fälschlich oft automatisch als Lektüre für Kinder eingestuft (und so gar nicht erst ernst genommen), so dass man meinen könnte, es gebe auch massig Comics für Kinder…
Viele Comics, die ich kenne, werden auch von Kindern gelesen – aber ich würde die meisten davon eher unter „all age“ einordnen („Asterix“, „Batman“, „Tim und Struppi“ oder „Die lustigen Taschenbücher“ werden eben auch von Erwachsenen gelesen). Comics mit Geschichten, die sich ausschließlich an Kinder richten (wie in Kinder- und Bilderbüchern), gibt quasi nicht. Zumindest in meinem Archiv findet sich für dieser Kategorie bisher nur „Petzi“…
Was also selbstverständlich klingt, nämlich „Comics für Kinder“ herauszugeben, kann man bei genauem Hinsehen nur als mutig bezeichnen, denn selbst „Bücher für Babys“ dürften in Deutschland einen besseren Ruf haben als Comics im allgemeinen ;)
„Kiste“ steht dem „guten alten Kinderbuch“ jedoch in nichts nach – ich habe es gleich mehrmals hintereinander vorlesen müssen, denn unser Sohn war hellauf begeistert von Kiste (und ich ebenso).
Ich wünsche dem kleinen Karton, der einmal einem Zauberer gehört hat und der sich mit dem kleinen Mattis anfreundet, um mit ihm „Nicht-Wippen“ und „Was-passiert-dann-Maschinen“ zu erfinden, jede Menge kleine und große Leser – denn wer hätte gedacht, dass man einem Pappkarton so viel Charme einhauchen kann, wie es die beiden Autoren mit „Kiste“ geschafft haben!

Hier der Link zu Buch & Verlag (hurra – dort findet sich eine Vorankündigung zu „Kiste 2“!), sowie die Links zu Autor Patrick Wirbeleit (er arbeitet nicht nur als Autor sondern auch Illustrator) und Uwe Heidschötter (der wiederum nicht nur als Illustrator, sondern auch als Zeichentrick-Animator & Regisseur arbeitet).

#24

20. Januar 2014

12 Antworten auf Kiste

  1. Herr Müller sagt:

    Werden Comics für Kinder nicht auch Bilderbücher genannt? Da gibt es schon einige

  2. Tobi sagt:

    Also Reprodukt hat ja schon mal einges im Programm. Und eigentlich alles gut. Und ich hab das Gefühl andere ziehen nach. Carlsen legt beispielsweise Petzi wieder auf. So rosig siehts da hier in NL gar nicht aus, es gibt zwar fantastische anarchische Kinderbücher, aber wenig Comics für Kinder. Im übrigen kann ich wie gesagt Polo (http://www.goodreads.com/book/show/6542095-polo-and-the-dragon) empfehlen. Den Tipp hab ich übrigens von Gevatter Lomp, der immer viel Tipps aus Bologna und Angouleme mitbringt.
    Es gibt auch einen französischen Verlag, der sich drauf spezialisiert hat, das müsste ich aber zuhause nachgucken.

  3. illustrie sagt:

    @Herr Müller Nein, Comics für Kinder und Bilderbücher sind nicht dasselbe – bei Bilderbüchern wird die Geschichte in der Regel hauptsächlich über den erzählenden Text transportiert, bei Comics sind es die Bilder, die einen Großteil der Information erzählen – bzw. wenn sie gut gemacht sind, halten sich Bild und Text im Comic (was das Tragen der Story angeht) die Waage.
    Bei Comics muss man also vieles „visuell“ statt „textlich“ entziffern können – und dafür wird im Gehirn eine andere Art (gelerntes) Wissen abgerufen und trainiert.
    Bei Bilderbüchern hat man es häufig, dass das Bild nur wiederholt, was im Text steht und dadurch reichert das Bild die Geschichte höchstens an (bisschen armselig, wenn man bedenkt, was das Bild alles kann). Im Comic hingegen wird nicht dazugeschrieben „das Kind lacht“, wenn ein lachendes Kind abgebildet ist (als Beispiel). Es gibt noch viele andere Merkmale, was Comics & Bilderbücher unterscheidet, aber mir persönlich ist der Punkt des „visuellen“ Lesens mit am wichtigsten – daher hätte ich wirklich gerne mehr Kindercomics… :)

  4. illustrie sagt:

    @ Tobi Ja – Reprodukt ist da wirklich ganz vorn – wir haben mittlerweile auch schon 2 „Kleiner Strubbel“- Comics gekauft, die sind auch toll, aber sie sind ohne Text und das ist nicht ganz so optimal für unseren Nachwuchs, der gerade lesen lernen soll – und da wären jetzt eben auch deutsche Texte nötig ;) Aber ich werde auf jeden Fall mal nach „Pogo“ Ausschau halten, das sah gut aus^^
    Von Sarah Burrini kam auf Twitter eben auch noch ein toller Tipp (bloß leider wieder nicht auf deutsch): http://www.colleenaf.com/bookscomics/
    Und Herr Lomp macht es genau richtig, in Bologna oder Angouleme auf die Suche zu gehen – da findet man wahre Schätze in der Richtung (nur eben auch wieder nicht deutsch!). Ich habe dort zuletzt diese tolle Kinderserie entdeckt: http://www.lesptitespoules.fr – ist zwar nicht 100% Comic, aber sehr bild-erzählend, im Prinzip „fehlen“ nur die Sprechblasen ;)

  5. Tobi sagt:

    Oh, das sieht auch alles super aus. Polo ist auch ohne Worte, das sit dann wohl auch nix. Wie alt ist Euer Nachwuchs denn nochmal? Ich könnte sonst auch Yakari empfehlen. Das fand ich immer super in der Leihbücherei früher :)

  6. illustrie sagt:

    @Tobi Er ist 6 (also gerade volle Kanne am Lesen lernen ;)). Und mit den alten Comic-Serien ist das Problem, dass er die aus Fernsehen kennt – wie z.B. Yakari oder auch Tim & Struppi.
    Nun ja – es gibt ja auch noch Micky Maus – aber ich fänd halt das Zwischending nett, nicht so der typische „Comiclook“ ( wie Micky), sondern Comics die eher in Richtung Bilderbuch-Look & individuellerer Story gehen :)

  7. derChristoph sagt:

    Ich suche auch Comics für Kinder. Ich lese jeden Tag mit meiner Tochter den Comic-Strip aus der Tageszeitung in verteilten Rollen (Baby Blues – nicht unbedingt ein Kinder-Comic) – aber ich merk, dass ihr Comics irgendwie taugen. Für gute Tipps wäre ich sehr sehr dankbar.
    Der Sohn eines Freundes von mir, verschlingt „Gregs Tagebücher“ – ich kann aber nicht abschätzen, ob die nun gut sind oder eher nicht.

  8. illustrie sagt:

    @derChristoph: Dann können wir ja gemeinsam suchen^^ Das mit dem verteilte-Rollen lesen ist ja eine schöne Idee, das werden wir heute Abend auch gleich mal ausprobieren! „Baby Blues“ ist sehr lustig, aber tatsächlich eher weniger für Kinder als mehr „über Kinder“ ;) Wenn du nach einem Kinder-tauglichen Strip (Strip = kleine Lese-Portionen) suchst, den Kinder & Erwachsene gleichermaßen lesen können (UND auf deutsch!), dann würde ich Dir Calvin & Hobbes empfehlen :)
    Auf Twitter kam von Sarah Burini eben noch der Tip „Toto, das Schnabeltier“ – den haben wir sogar, hatte ihn aber total vergessen (weil unter Kinderbuch einsortiert…!) Und beim Hervorkramen bin ich dann doch tatsächlich noch auf weitere Kindercomics gestoßen (alle falsch einsortiert!) von Posy Simmonds, von Raymond Briggs und sogar von unserem alten Atelierskollegen Bernhard Speh!
    Mein Archiv ist also doch nicht so schlecht aufgestellt, wie ich ursprünglich dachte (ich hätte wohl erst einmal richtig suchen sollen!) ;)
    Jetzt ist die Freude um so größer – aber wer trotzdem noch einen Tipp hat – bitte her damit!^^
    …und zu „Gregs Tagebüchern“ – die richten sich mehr an Jungs (ab 10 Jahre, vorher nicht), sind aber keine Comics, sondern hauptsächlich Text, der sich mit comicartigen Bildern abwechselt. Sie sind witzig und ein großer Lese-Spaß & Glücksfall für die Zielgruppe (Jungs sind ja eher lesefauler als Mädchen, sagt man). Da ich momentan an der Serie „Rick“ (die so ähnlich ist wie „Greg“ ;)) mitzeichne, schätze ich mal, das ist nicht unbedingt etwas für deine Tochter – aber wie alt ist sie denn?

  9. derChristoph sagt:

    Danke für die Tipps!
    Die Kurze wird im Mai 8 und findet langsam den Gefallen am Lesen.
    Calvin&Hobbes – da bin ich mir nicht sicher, ob hier die Inhalte nicht
    doch zu hoch sind für das Alter – der gute Kerl philosophiert ja manchmal
    recht gut dahin, hab ein paar Bände und mir seinerzeit über x Jahre jeden
    Strip aus der Zeitung ausgeschnitten.

  10. illustrie sagt:

    @derChristoph: Ausprobieren – Kinder nehmen Calvin & Hobbes anders wahr als wir, und es ist ja nicht nur Philosophie – wenn ich da an die Schneemann-Folgen denke… :D
    Für Mädchen ab 8 dürfte „W.i.t.c.h.“ vielleicht schon funktionieren. Auch einfach ausprobieren ;)

  11. illustrie sagt:

    Über Twitter kam von „gossip göre“ folgende Tipp-Liste (zwar noch nicht auf deutsch, aber das sollte man mal im Auge behalten, ob da nicht hierzulande auch mal was von erscheint): http://www.comicsandcola.com/p/ive-been-meaning-to-put-together-list.html

  12. ulf k. sagt:

    Bin eben erst hier gelandet und auch wenn es vielleicht schon alles wieder kein Thema mehr ist – in dieser schnellen Zeit – hier noch ein kurzer Einwurf an die fördernden Eltern: ab dem ersten Halbjahr dritte Klasse fängt es mit den Aufsätzen an. Und wie lernen die Kinder diese? Genau: sie bekommen Bildergeschichten gezeigt und sollen dazu eine Geschichte schreiben. Von daher, zum Wohle des Nachwuchs, ran an die Geschichten OHNE WORTE – oder wie ich sie nenne, die erlesenen Geschichten, da man sie nicht liest und auch nicht vorliest, sondern sie sich zusammen (Eltern und Kind) „erliest“! Beste Vorbereitung für die Zeit, wenn es an die Aufsätze geht.
    Also: HUSCH HUSCH, auf in den nächsten Comicladen und alle kleinen Strubbel kaufen und natürlich auch Pelle und Bruno! Polo solltet Ihr Euch auch besorgen, der musste schliesslich in meinem Kampf mit den Verlagen wenn es um Comics für Kinder ging immer als bestes Beispiel herhalten. Einfach schön und poetisch.